on the run

von konradinkunze

john penn de ngong schreibt auf seinem blog mit dem schönen titel weakleaks! über sich: with evidences to tell and products to show, i am a free freedom fighter and a freelance writer, a journalist and a columnist, a teacher and a preacher, an artist and an artiste, an actor and a director, an essayist and a poet, etc.; and (don’t give up yet) above all, a brother and a father in a nuclear family.

diese selbstbewusste selbstbeschreibung ist aber nicht das einzige, was jon pen (wie er sich abkürzt) außergewöhnlich macht – you-nique, wie er es ausdrücken würde. auf seinem sprachspielerischen blog berichtet er noch mehr: er hat für die unabhängigkeit des südsudan gekämpft, nach dem friedensabkommen versucht, ein jugendmagazin in juba zu etablieren (das ihm von einem windigen koreanischen ex-general abgenommen und zu einem businessblatt umfunktioniert wurde) und musste im januar wegen massiver todesdrohungen in zusammenhang mit der trauerfeier für den ermordeten journalisten isaiah abraham und einem geplanten friedensmarsch für die jugend des unruhigen jonglei state sein heimatland richtung kenia verlassen.
nairobi
wir verabredeten uns also in nairobi, um über sein leben, seine arbeit und mein stück zu sprechen. am morgen meines abflugs (freitag, der 13.!) schrieb mir jon pen, er habe nairobi verlassen müssen. eine verwandte aus dem südsudan hatte ihm ihre unterkunft in nairobi zur verfügung gestellt. offenbar wurde aber druck auf sie ausgeübt, weil sie mit jon pen einen dissidenten beherbergt. letzte woche bat sie ihn schließlich, aus ihrer wohnung auszuziehen.
nun bin ich in nairobi und jon pen ist es nicht mehr. ich habe den heutigen tag im wesentlichen damit verbracht, nach flügen nach entebbe/kampala zu suchen. wenn alles gut geht, treffe ich jon pen morgen zu einem interview in kampala (uganda). was für mich ein (etwas kostspieliges) städte-hopping ist, ist für ihn eine flucht und eine suche nach einem sicheren ort.